Der erste Teil der Verabschiedung des Gesetzes zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie ist am vergangenen Donnerstag, 18.02.2016 geschehen. Der Bundestag hat das Gesetz verabschiedet.

Nun soll am 26.02.2016 der Bundesrat folgen.

Was bedeutet das für Ihre Kundenberatung ab 21.01.2016?

Zukünftig haben Sie die Möglichkeit zwischen drei Formen der Beratung / Vermittlung zu wählen und sind verpflichtet, dieses dem Kunden im Gespräch sofort mitzuteilen.

Sie entscheiden sich zukünftig Immobiliendarlehen nur noch zu vermitteln.

Das bedeutet der Kunde kommt zu ihnen und möchte ein Darlehen über 100.000,- € haben und 10 Jahre Laufzeit mit 2% Tilgung. Dann können sie dieses Darlehen wie gewohnt vermitteln.

Aber nur genau das angefragte Darlehen! Schon die Splittung des Darlehensbetrags auf eine Teilsumme von 30.000,- € als Volltilgerdarlehen und 70.000,- € mit 1% Tilgung ist keine reine Vermittlung mehr. Das ist nach den Buchstaben des Gesetzes bereits Beratung.

Die Markteinschätzung geht dahin, dass diese Form der Vermittlung nur noch ein Schattendasein haben wird.

Sie entscheiden sich zukünftig dem Kunden Beratungsdienstleistungen anzudienen.

Was bedeutet das? Unter anderem, dass Sie bereits bei Gesprächsbeginn zu folgenden Angaben verpflichtet sind:

  • Ihre persönlichen Daten als Berater
  • Sind Sie Berater oder Vermittler
  • Sind Sie ausschließlich für einen Darlehensgeber oder für mehrere Anbieter tätig
  • Welche Produkte bieten Sie an (z.B. Darlehensarten, Zinsbindungen, Förderungen etc.)
  • Vollständigkeit der Kundenunterlagen (Unterlagen zur Finanzierung, Bonitätsunterlagen)
  • Ermittlung der Präferenzen und Ziele des Kunden
  • Begründete Auswahl Ihrer unterschiedlichen Produktempfehlungen
  • Ausweis der Provision in Euro ( ggf. mit Ausweis von Overheadanteilen)
  • Aufklärung über Chancen und Risiken für den Kunden: Zins, Objekt, Beleihung, persönliche Risiken …
  • Schriftliche Beratungsdokumentation mit Unterzeichnung durch den Kunden

Sie entscheiden sich zukünftig als Honorarberater tätig zu sein.

Das bedeutet Sie beraten den Kunden analog zu Variante 2.

Sie erhalten keine Vermittlungsprovision. Vielmehr geben Sie die Zinsen ohne Provisionsaufschlag an den Kunden weiter und stellen für Ihre Beratungsdienstleistung eine Rechnung. Die Höhe dürfen Sie mit dem Kunden selbst vereinbaren.

Das ist der erste Überblick für Sie. Überlegen sie in Ruhe welche Form der Dienstleistung sie zukünftig anbieten werden.

Der Klassiker der Telefonberatung könnte es bei Einhaltung der Regularien zukünftig schwer haben. Im Grunde geht Kundenberatung nur noch mit einem persönlichen Termin beim Kunden oder bei Ihnen im Büro.

Schon nächste Woche werden wir uns mit weiteren Inhalten Ihrer zukünftigen Arbeit beschäftigen.

Eine erfolgreiche Woche wünsche ich Ihnen…